| ANNE SCHNEIDER | ||||||
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Anne Schneider hat ihre Arbeit wie eine Spurensuche organisiert. Die produzierten Artefakte gleichen aufgefundenen Hinweisen, die nicht wie Angebote zur Befriedigung ästhetischer Schaulust wirken, sondern Ergebnisse einer situativen Logik sind. Es scheint, als würde mit ermittlungstakischer Kühle präsentiert, was aus den Umständen zu sichern war: mit Markierungen hervorgehobene Spuren an Bäumen, aus der Distanz gewonnene Observationen des direkten urbanen Raums, auf dem Tisch hinterlassene wächserne Fragmente, papierne Kassiber am Boden oder fragile, von der Decke herabhängende, unendlich überdehnte Fadenskulpturen, die als sachdienliche Hinweise von ihrem eigenen Entstehungsprozess berichten und dem Ausstellungsbesucher den freien Durchgang erschweren: Spuren einer Arbeit, die aus der Umwelt Asservate gewinnt. In dieser Kunst läuft die Zeit rückwärts und die vorsichtige Observation durch den Zuschauer bleibt zurück auf den möglichen Ausgangszustand gerichtet. Wie bei den von der Decke hängenden Körperpendeln erschließt die Beobachtung einen Verlauf von Anverwandlungen, Umwidmungen, Deformationen und Überzeichnungen, die es dem Rezipienten überlassen, ein synchronisiertes Bild des Geschehens zu erschließen. Dieses Tatgeschehen der künstlerischen Produktion, seine widersprüchlichen Akzente, konstruktiven Entschlüsse, überlegten Abwandlungen und spontanen Korrekturen stehen dem Publikum nie ganz zur Verfügung, bleiben aber das eigentliche Lektürematerial. Es hilft nicht, in den Installationen als Geamtbild zu schwelgen, so lange an den Objekten Werkstattspuren zu dechiffrieren, zum Boden hinabgesunkene Skulpturenden nachzuverfolgen und aus Oberflächen Gegenbilder zu erschließen sind. Gerrit Gohlke, 2007
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Anne Schneider organizes her work like an investigation. The artifacts she produces resemble found pieces of evidence that are not offerings to satisfy spectators’ aesthetic curiosity, but rather the results of a situational logic. It appears as if what was to be secured from the circumstances is being presented with investigative tactical coolness: traces on trees underscored with markings; observations of the immediate urban space gained from a distance; wax fragments left on the table; secret messages on paper, on the ground; or fragile, endlessly overstretched, threadlike sculptures hanging from the ceiling that report on their own process of coming into being as relevant evidence and that hinder the exhibiton visitor’s free passage: traces of a work that takes ist court evidence from the environment. In this art, time runs backward and the viewer’s careful observation remains directed at the possible starting state. As with the Körperpendel (Body Pendulums) hanging from the ceiling, the observation uncovers a course of taking the forms of things, rededicatons, deformations, and exaggerations that leave it up to the observer to discover a synchronized image of what is happening. This deed af artistic production, its self-contradictory accents, constructive decisions, considered changes, and spontaneous corrections are not fully at the audience’s disposal, but remain the actual reading material. It doesn’t help to offer oneself up to the installation as an overall image as long as traces from the workshop are to be deciphered in the objects, ends of the sculptures that trail on the floor are to be followed, and counterimages are to be discovered in surfaces. Gerrit Gohlke, 2007 |
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