DAVID HAMMONS

"the art audience is the worst audience in the world. It's overly educated, it's conservative, it's out to criticize not to understand and it never has any fun.  So I refuse to deal with that audience, and I'll play with the street audience. That audience is much more human, and their opinion is from the heart. They don't have any reason to play games; there's nothing gained or lost."  (David Hammons)

David Hammons  ist der einzige Afro-Amerikaner, der es nicht zuletzt auch wegen seiner rigiden gesellschaftspolitischen Haltung geschafft hat, im internationalen Kunstbetrieb zu den wichtigsten und begehrtesten Künstlern gezählt zu werden. In Galerien sind seine Arbeiten kaum zu sehen. Aufsehen erregte, daß er sich weigerte, Amerikas Vertreter bei der Biennale in Venedig zu sein.
Weltweit versuchen Museen und Kunsthallen ihn für Ausstellungen zu gewinnen. Nur selten gelingt es, umso beziehungsvoller, auratischer  und überzeugender sind die wenigen Werke, die aus dieser bedächtigen Haltung entstehen. Geboren 1943 als jüngstes von 10 Kindern in Illinois; Studien im Los Angeles Trade Technical College, im Otis Art Institute und Chouinard Art Institute in den 60er Jahren. Seit 1975 lebt und arbeitet er in New York / Harlem.

David Hammons künstlerisch-formales Denken liegt im europäischen Dadaismus, in der italienischen Arte Povera der 60er Jahre, in der amerikanischen Fluxusbewegung und in der kongolesischen Minkisi Tradition begründet. Seine Inhalte jedoch reflektieren nur die kulturelle Präsenz der schwarzen, vor allem städtischen Bevölkerung Amerikas, als deren Repräsentant er sich begreift. Und so kommt es, daß die verwendeten Materialien, welche oft  Spuren der Benützung, der Verwüstung und damit auch der Zeit aufweisen, beim Betrachter das Gefühl auslösen, einen Blick und damit einen scheinbaren Zugang zur authentischen Welt der Schwarzen in Harlem zu erhaschen. Der Weiße ist aber immer Voyeur, der nervös die  fremdartigen Bilder und Geschichten des Erzählers David Hammons aufzunehmen trachtet. Aber:
 
"those pieces were all about making sure that the black viewer had a reflection of himself in the work". 
Und der Künstler verweist auf die gesamte abendländische Kunst, deren Formen und Inhalte auch niemals jene von Millionen Afro- Amerikanern sein konnten. Oder aber er irritiert klug: "he turns it around and fools us with work that is as formal and self-referential as it is elegant". (Shearer)

 

 

 

 

 
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